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Krieg – Geschichte – Lern(d)effekt?

June 24th, 2013 | Posted by Earl in staying abroad

Krieg

DSCN1660Dort gibt es kein Gut.
Dort gibt es kein Böse.
Nur ein Grat existiert Dort,
auf ihm liegt beides, ganz in grau.

Dort gehen weder Sieger noch Besiegte hervor.
Es verliert jeder Dort.
Viele ihr Leben.
Die Dort überlebten, wurden doch vernichtet.

Denn Krieg ist dort.

Dort fällt Gerechtigkeit, stirbt Hoffnung,
werden Grundsätze zerfetzt,
Individualität getötet
und Menschlichkeit zerfleischt.

Denn Dort ist Krieg.

DSCN1662Ein Hier gibt es Dort nicht,
oft auch kein Jetzt.
Auf Das Morgen hofft man Dort nicht mehr
oder wagt nicht daran zu denken.

Ein Morgen aber wird es immer geben,
aber nicht für die Dort,
denn Dort sind am Ende alle tot.
Ob sie verstarben oder noch leben.

Denn Krieg ist Dort.

Für Dort gab es nie Einen Grund oder Sinn,
kann es nie nur ein Urteil geben.
Selbstständig wurde sein Lauf und Gang,
durch Hass, Wut und die Seele eines Jeden.

DSCN1680

Am Ende ist es da, Ein Morgen.
Doch Wer lebt Wie im Wo von Morgen ?
Nur eine sichere Erkenntnis wurde Im Dort geboren,
zu viel wird Dort verloren.

Nie Wieder
darf Ein Dort passieren,
dies dürfen Wir nicht dulden,
wir die im Heute existieren.

So müssen wir doch auch ein Urteil fällen
über das Wie und Warum,um nicht an die Wand,
sondern an den Pranger zu stellen.

Um zu verhindern, Heute am selben Ort,
wie Gestern, Im Morgen Ein Neues Dort
Weil Dort war Krieg
und Krieg war Dort.

– BMvR –

Gerade sah ich eine Dokumentation im “Yesterday”-Channel über den zweiten Weltkrieg, nachdem ich hier im War Museum war. London ist lebendige Geschichte, leider gehört Krieg dazu. Wir leben im Frieden in Zentral-Europa seit Ende des zweiten Weltkrieges. Dies ist nicht selbstverständlich. Ein Wochenende in der Gegend um Verdun und Recherche davor und danach zeigte mir den Schrecken und die Perfidität des Krieges. Eines Krieges, in welchem zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit Massenvernichtungswaffen entwickelt und genutzt wurden. Der chemische Krieg. Giftgas. Gedanken, dass dies nie wieder passieren dürfe kamen mir in den Kopf, gepaart mit dem Wissen, dass zwanzig Jahre später der zweite Weltkrieg ausbrach. Wieder ein Krieg der Massenvernichtungswaffen. Der physikalische Krieg, der die Zeit der Atomwaffen einläutet. Lernen wir aus der Geschichte?

Eine Affinität zu Kampf, Waffen und Waffentechnik aber auch Leidenschaft für Geschichte führten dazu mich intensiver mit Kriegsgeschichte zu beschäftigen. Vor allem später auch aus wissenschaftlicher Perspektive. Krieg ist leider eine der wichtigsten Triebkräfte von wissenschaftlicher Erkenntnis und technischer Innovation. Alles kann – nichts muss?

Eine tragische Geschichte offenbart die Tragik der Rolle, die Wissenschaft und Ethik oft spielen. Ein deutscher jüdischer Patriot und Wissenschaftler, forschte an chemischen Insektiziden und entwickelte abgeleitet daraus aktiv im ersten Weltkrieg die ersten Giftgase für das deutsche Militär. Sein Name war Fritz Haber, späterer Nobelpreisträger (1919). Die ersten Tests der „Verblasung“ von Senfgas wurden mit ihm nicht weit von meinem Elternhaus in der Wahner Heide bei Köln durchgeführt. Einem Truppenübungsplatz den ich oft als Exkursionsgebiet besuchte. Seine Frau war eine der wenigen herausragenden, promovierten weiblichen Wissenschaftler um die Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert. In einer Zeit, in der es als Frau noch ungleich schwerer war als heute. Sie hatte ihn gewarnt, dass er auch eine Verantwortung trüge für seine Forschung und die Menschen, die durch seine Arbeit und Erkenntnisse getötet werden. Sie drang nicht zu ihm durch. Schlussendlich beging sie Selbstmord. Vermutlich auch durch den tragischen Tod eines Mitarbeiters Haber’s im Labor beeinflusst, einem gutem Freund. Fritz Haber starb 1934, nachdem er von den beginnenden Repressalien der Nationalsozialisten frustriert nach England auswanderte. Dass wesentliche Giftgase bzw. Wirkgruppen dieser wie zB Phosphodiester – Verbindungen, die er entdeckt und entwickelt hatte – später zur Vergasung von Insassen der Konzentrationslager genutzt wurden, erlebte er nicht mehr.

Wir brauchen mehr starke Frauen in der Wissenschaft wie seine Frau Clara Immerwahr. Frauen scheinen oft ihre zwei Gehirnhälften besser nutzen zu können und eine gewisse Weitsicht oder  bewusste Intuition zu haben, die Männern wohl manchmal (oder doch öfter?) fehlt. Gerade in der Wissenschaft. Patriarchismus = Patriotismus? Nun ja, Oscar Wild wird of zitiert mit: “Patriotismus sei die Tugend der Boshaften (“Patriotism is the virtue of the vicious”). Ein Zitat, dass von ihm nicht belegt ist und vermutlich auf James Boswell’s Life of Samuel Johnson (1791) zurückgeht (” Patriotism is the last refuge of a scoundrel = Patriotismus ist die letzte Zuflucht der Halunken”).

Beide Zitate treffen den Punkt jedoch recht genau.blog2
Man(n) trägt Verantwortung ohne Ausrede.

Auch, diese weitsichtig wahrzunehmen.

Nicht nur bis zur Spitze des eigenen Speeres.

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